Inspiration, Schmuckgestaltung

Susanne Matsché: Mein Weg zum Filigranschmuck 

Susanne Matsché
Susanne Matsché

© Foto Antonina Polukhina

In diesem Blogartikel erfahrt ihr, wie ich zu der Filigrantechnik kam, was das überhaupt ist und warum ich trotz fehlender Unterstützung dabei blieb und es mein Ding wurde.

Erste Berührung mit der Filigrantechnik

Eine der prägendsten Erfahrungen meiner Studienzeit in den 90er Jahren war definitiv der einjährige Aufenthalt am Stroganov Institut für angewandte Kunst in Moskau. Dort hatte ich die Gelegenheit, die in der ehemaligen Sowjetunion traditionelle und äußerst beliebte Filigrantechnik zu erlernen. Dabei werden Schmuckstücke in vielen Schichten aus dünnem, sehr weichen Feinsilberdraht aufgebaut – ein völlig anderer Zugang als in den mir bislang bekannten Goldschmiedetechniken.

Wickelohrhänger, Silber oxidiert, © Foto Susanne Matsché

Ernüchterung an der Wiener Angewandten

Als ich die in Moskau entstandenen Stücke nach der Rückkehr meinem damaligen Professor an der Wiener Angewandten, einem Designer und Architekten der alten Schule, zeigte, wurde er sehr zornig und begann unheimlich auf diesen „Haufen Kitsch“ zu schimpfen – eine sehr unangenehme Erfahrung für mich als junge Studentin. Den Schmuck und die Filigranarbeit ließ ich fürs Erste bleiben – meine Diplomarbeit war ein riesiges Möbelstück.

Die Entstehung (m)eines Klassikers

Doch natürlich konnte ich es nicht lassen! Auch als Reaktion auf diese Ablehnung entstand ein Ring, der bis heute einer meiner Klassiker geblieben ist. Das Filigran, diese delikate Arbeit aus Feinsilberdraht, liegt bei dem Ring an der Innenseite, wie der weiche Schneckenkörper, geschützt vom Gehäuse des Aussenrings aus dem härterem, massiven 925er Silber. Das Muster lugt bloß an den Seiten hervor. Die Üppigkeit und Verspieltheit des Filigranen trifft auf die Reduziertheit der schmucklosen Oberfläche.

Filigranring, Silber, © Foto Kim Dotty Hachmann

Ungoldschmiedisch

Die Erfahrungen, die ich während und nach meinem Studium in Moskau machte, prägen meine Arbeiten in vielerlei Hinsicht bis heute. Mich fasziniert die Feinheit und Weichheit des verwendeten Ausgangsmaterials, was mich auch immer wieder zur Verwendung ‚ungoldschmiedischer‘, etwa textiler Techniken anregt. Meine Schmuckstücke entstehen im Spannungsfeld zwischen dem Traditionellen und der Formensprache dieser schnellen Welt von heute.

Her new Underwear, Collier, Silber, © Foto Johannes Zappe

Damals in Moskau war ich auf etwas Besonderes gestoßen, ohne dass ich genau wusste, wonach ich gesucht hatte. Trotz der Widerstände blieb ich dabei – denn was ich gefunden hatte, war wie aus einer anderen Welt, so wertvoll und so speziell.

In meinen Workshops von Cairo bis Carbondale, von Idar-Oberstein bis zur Toskana, ist es mir ein Anliegen, die Faszination und die Freude an der Filigrantechnik weiterzugeben.
Und so geht die filigrane Reise immer weiter.


Susanne Matsché, *1969 in den USA, aufgewachsen in Österreich.
1989-96 Studium Produktgestaltung Metall, Universität für Angewandte Kunst Wien
Während des Studiums zwei einjährige Studienaufenthalte am Stroganov Institut Moskau und an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim.

Seit 1999 als freischaffende Schmuckmacherin tätig, seit 2004 in Berlin. Arbeitsaufenhalte in den USA, den Niederlanden und Indien. Susanne unterrichtete Filigran-Workshops in Europa, Ägypten und den USA, z.B. an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam, Alchimia in Florenz, 92Y in New York und im Design Studio Azza Fahmy Cairo. Mit ihrem filigranen Stück „Her new underwear…“ hat sie 2017 den Grand Prix der „26th Legnica International Jewellery Competition“ gewonnen.

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