Ška. Atelier 111
Leipzig - Altlindenau
Angaben zum Kursanbieter
Mich interessiert der Übergang: der Moment, in dem aus einer Wahrnehmung eine Empfindung wird, aus einer Bewegung eine Linie, aus der Linie eine Form und aus der Farbe ein eigener Raum.
In meiner Arbeit ist Farbe nicht bloß Bestandteil eines Bildes. Sie trägt eine eigene Präsenz. Sie kann Räume öffnen, verdichten, verschieben und miteinander in Beziehung setzen. Ebenso besitzt die Linie für mich eine Bewegung, die über ihre Funktion als Kontur hinausgeht. Sie kann Rhythmus, Spannung und Richtung erzeugen und damit selbst zum bildnerischen Ereignis werden.
Diese Haltung prägt auch meine Arbeit mit Menschen in meinen Kursen.
Ich möchte einen Raum schaffen, in dem Wahrnehmung nicht festgelegt, sondern erweitert wird. Das genaue Betrachten eines Kunstwerks, die Erfahrung eines Originals, das Spiel mit Farbe, das Zeichnen einer Bewegung oder die Auseinandersetzung mit dem eigenen Gesicht können dabei zu unterschiedlichen Zugängen zu derselben grundlegenden Frage werden:
Was sehe ich – und was geschieht mit mir, wenn ich wirklich sehe?
Mich interessiert dabei besonders die Beziehung zwischen äußerer und innerer Wirklichkeit. Im künstlerischen Prozess können sich Erfahrungen zeigen, die nicht geplant waren. Ein Bild muss nicht etwas abbilden, um etwas sichtbar zu machen.
Deshalb geht es in meinen Kursen nicht um die Herstellung möglichst „gelungener“ Bilder. Es geht um die Entwicklung eines eigenen Blicks, um Offenheit gegenüber dem Unvorhergesehenen und um die Erfahrung, dass künstlerisches Arbeiten ein Prozess des Forschens sein kann.
Ich verstehe mich dabei nicht als jemand, der eine fertige Lösung vermittelt, sondern als Künstlerin, die einen Erfahrungsraum öffnet. Ich gebe Impulse, stelle Fragen, begleite Prozesse und ermutige dazu, den eigenen Entscheidungen zu vertrauen.
Mein Anliegen ist es, Menschen mit ihrer eigenen Wahrnehmung in Kontakt zu bringen und ihnen Mut zu machen, daraus eine eigene künstlerische Sprache entstehen zu lassen.
Buchungsbedingungen
Storno bis 21 Tage vor Kursbeginn, gratis, danach 50% der ausgewiesenen Kursgebühr
Zahlung per Überweisung oder bar vor Ort möglich
Kontakt
Tel:
Ansprechpartner: Berit Mücke
DozentIn
Frau Berit Mücke
Meine Malerei beschäftigt sich mit Zuständen, Räumen und Orten, ein Gesicht. Mich interessiert die Vorstellung, dass Räume Zeit werden und Zeit zu einem Raum. Diese Übergänge werden in der Wahrnehmung spürbar und finden ihren Ausdruck in der Malerei. Der Moment, in dem aus einer Wahrnehmung eine Empfindung wird, aus einer Bewegung eine Linie, aus der Farbe ein eigener Raum. Das gilt für ein Porträt so wie für eine Landschaft und gilt in Verhältnissen zwischen Menschen.
In meinen Kursen geht es um die Entwicklung eines eigenen Blicks – um Offenheit gegenüber dem Unvorhergesehenen und die Erfahrung, dass künstlerisches Arbeiten ein Prozess des Forschens sein kann.
Ich gebe Impulse, stelle Fragen und begleite Prozesse. Mein Anliegen ist, Menschen mit ihrer eigenen Wahrnehmung in Kontakt bringen und ihnen Mut machen, daraus eine eigene künstlerische Sprache entstehen zu lassen.
In Potsdam geboren und Aufgewachsen zwischen Sanssouci und Plattenbau. Nach 1990 arbeitete ich als Schauspielerin und Sängerin in Potsdam, Berlin, Kassel und in einem Wandertheater, meine Söhne waren immer mit dabei. Bevor ich mich ganz der Malerei zuwandte, machte ich Fotos und zeichnete viel mit Tusche in selbstgebauten, großformatigen Büchern. Es sollte gefasst sein und nicht herumfliegen in vielfacher Hinsicht, eine Möglichkeit, das Erlebte zu erden.
2004 bewarb ich mich an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, 2005 begann ich dort mein Diplomstudium der Malerei u.a. bei Wolfram Ebersbach und Neo Rauch. Die intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen und Arbeitsweisen prägte meinen Weg. Vor meinem Diplomabschluss 2012 verbrachte ich im Rahmen des Erasmus-Programms ein Jahr an der Accademia di Belle Arti in Rom. Die Begegnung mit der römischen Perspektive auf die Malerei ließ mich die Erfahrungen meines Leipziger Studiums ganz neu sehen.
Heute arbeite ich in meinem Atelier auf der Baumwollspinnerei Leipzig und unterrichte Malerei und Zeichnung.
Berit Mücke
