
Alle Fotos: ©️Anja Badners
INSPIRATION :: MIXED MEDIA
Abstrakte Mixed-Media-Malerei – Mit Neugierde und Experimentierfreude gelingt dein Einstieg!
Von Anja Badners | Lesezeit: 6 Minuten
Mixed Media bedeutet, mit verschiedenen Materialien zu arbeiten und unterschiedliche Techniken miteinander zu verbinden. Meine Arbeitsweise ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten:
Ich verwende in meiner künstlerischen Praxis Acrylfarben und Spachtelmasse mit Beimischungen wie Asche, Kaffeepulver, Steinmehl und binde Papiere, Pappen, Stoffe und weitere Materialien in meine Bilder auf Leinwand ein.
Meine Werkzeuge sind hauptsächlich Spachtel und Malmesser, zum Teil arbeite ich direkt mit den Händen, Pinsel kommen seltener zum Einsatz. Ich arbeite in mehreren Farb- bzw. Materialschichten, die nach und nach aufgebaut, zum Teil auch wieder abgetragen werden, diese können pastos bis lasierend sein.
Es geht um Schichten, Strukturen und Oberflächen, die Durchblicke auf Darunterliegendes freigeben, die Spuren vorangegangener Arbeitsschritte erahnen und Assoziationen zu Vergänglichkeit und Erneuerung zulassen.


Dein erster Schritt in die Mixed-Media-Malerei
Wenn dich die abstrakte Mixed-Media-Malerei interessiert und du selbst damit beginnen möchtest, ist die Freude am Ausprobieren die allerbeste Voraussetzung. Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, dich auf neue Erfahrungen und Entdeckungen einzulassen, sind wichtiger als Vorkenntnisse oder technisches Können.
Vielleicht hast du Arbeiten von abstrakt arbeitenden Künstler*innen gesehen, vielleicht inspirieren dich Lost Places, Details oder Strukturen, die du in der Natur oder dem urbanen Umfeld findest und du möchtest deine Eindrücke und Beobachtungen in eigenen abstrakten Bildern umsetzen – dann eröffnet dir die Mixed-Media-Malerei vielfältige Möglichkeiten.
In einem Kurs oder Workshop bekommst du viele Anregungen und Beispiele. Beginne mit Materialien und Techniken, die dich spontan ansprechen! Du kannst zunächst auf einem Malkarton, auf einer neuen Leinwand oder auch auf einer „alten“ schon mit Acrylfarbe bemalten Leinwand beginnen, z.B. mit einer oder 2 unterschiedlichen Strukturen deiner ersten Schicht.
Und damit ist der erste Schritt schon getan! Betrachte deine ersten Arbeiten als „Probierbilder“- mit Sicherheit werden es trotzdem oder gerade deshalb spannende Bilder!


Ausprobieren und genau hinschauen
Indem du mit verschiedenen Materialien und Techniken experimentierst, lernst du deren Eigenschaften kennen und entdeckst verschiedene Möglichkeiten der Anwendung. Gleichzeitig entstehen die Ideen für deine Bildgestaltung.
Beobachte, wie sich die Wirkung verändert, z.B. wenn du dein Material (z.B. Spachtelmasse mit Acrylfarbe oder Acrylfarbe mit Asche) unterschiedlich dick aufträgst, es weiter verdünnst, eine Beimischung dazugibst, eine weitere Farbe hinzumischst, einen Teil wieder abkratzt oder einen Bereich mit Wasser besprühst und Verläufe entstehen lässt. Versuche, dich von konkreten Vorstellungen des Ergebnisses so weit es geht zu lösen und dich auf den Prozess, das Entstehende und „Zufälle“ einzulassen, nicht zu schnell wieder einzugreifen oder etwas zu verwerfen. Mache auch gerne Fotos und Notizen, sodass du später besser nachvollziehen kannst, wie bestimmte Bildelemente entstanden sind.


Schicht für Schicht zum Bild
Verwende zu Beginn am besten kleinere Leinwandformate. So kannst du dich zunächst stärker auf die neuen Materialien und Techniken, deine gewünschten Strukturen und Schichten konzentrieren und wirst sicherer in der Anwendung bevor du dich an größere, komplexere Bildkompositionen wagst.
Als Ausgangspunkt für dein Bild kannst du eine Fotografie, eine Skizze oder auch ein bestehendes Bild wählen oder dich von einer interessanten Oberfläche, Strukturen oder Materialien inspirieren lassen.
Einige Schichten sind schon bei deinen ersten Versuchen entstanden oder du entscheidest dich nun bewusst, die erste Schicht in anderer Form anzulegen. Du baust dein Bild durch weitere Schichten auf, eine „Schicht“ muss dabei nicht unbedingt die gesamte Bildfläche einnehmen, sondern vielleicht nur bestimmte Bereiche, kann Vorhandenes teilweise überlagern und an anderer Stelle freilassen.
Papier, Pappe, Stoff oder Netze kannst du direkt in Spachtelmasse oder Farbe einarbeiten oder zum Erzeugen von Abdrücken benutzen und auch immer wieder Bereiche teilweise abtragen, einritzen und verändern.
Nimm immer einmal wieder Abstand zu deinem Bild, mache eine Pause, vielleicht kannst du es zwischendurch an die Wand hängen und so aus anderer Perspektive und mit mehr Abstand betrachten- das bringt oft Klarheit, wie es weitergehen kann.


Bleib neugierig, probier aus
Experimente, Zufälle und neue Erfahrungen sind ständige Begleiter bei der Arbeit mit verschiedenen Materialien, Materialmischungen und Techniken- deine Erfahrungen machen den Umgang mit ihnen steuerbarer, das Bewusstsein unzähliger weiterer Möglichkeiten macht einen besonderen Reiz aus.
Bewahre dir die Offenheit für Versuche und Neues, behalte die Neugier und Freude am Experimentieren und habe keine Angst vor „Fehlern“- so kannst du deine Arbeitsweise immer weiter entwickeln und dir noch viele weitere Möglichkeiten erschließen!
Ich wünsche dir viel Freude und gutes Gelingen auf deinem Weg!
Alle Fotos zeigen Ausschnitte von Probe- und Vorführleinwänden.

Anja Badners lebt und arbeitet in Pinneberg bei Hamburg. Sie beschäftigt sich seit 2007 intensiv mit Kunst und Malerei und ist seit 2010 freischaffende Künstlerin. Die Themen ihrer Arbeit findet sie durch sensible Wahrnehmung ihrer Umwelt und der Natur. In ihrer aktuellen Werkreihe sind Fundstücke, meist rostige Metallteile, Ausgangspunkt der Bilder in Acryl/Mischtechnik. Seit 2014 ist Anja Badners freie Dozentin für Malerei
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